KOMM
24. Oktober 2015 bis 17. Januar 2016 im KIT – Kunst im Tunnel, Düsseldorf

Foto: Ivo Faber

Im KIT stehen Lautsprecher. Klang breitet sich wellenförmig im Raum aus. Stehen Lautsprecher nicht im richtigen Abstand oder Winkel zueinander, so entsteht ein verzerrtes Geräusch, die Klänge überlagern sich. Daher sind die Lautsprecher hier perfekt ausgerichtet. Der Raum des KIT ist vergleichbar mit dem Bauch eines Schiffes. Es neigt dazu den Klang zu reflektieren.
Dämmstoffe befinden sich auf dem Fußboden und an den Wänden. Sie funktionieren so, dass sie den Schall aufnehmen. Ohne diese Dämmstoffe würde der Schall von den Wänden zurückgeworfen werden und das Klangbild total verderben. Zur selben Zeit herrscht an jedem Ort im KIT eine andere Akustik: während hier links jetzt dies zu hören ist, kann man dort rechts zur selben Zeit was ganz anderes hören.
Geht es um Musik? – Ja, es geht auch um Musik. Kommen Tiere darin vor? – Es kommen auch Tiere darin vor. Geht es um Wissenschaft im weitesten Sinne? Nein.
Der Titel der Ausstellung ist: Komm. Der Amerikaner sagt: Come on. Die Spanierin sagt: Arribas. Auch Tiere, beispielsweise Hunde, verstehen Komm, wenn ihr Herrchen sie bei sich haben will. Die Frauen kommen und gehen in seinem Leben. Wenn du Komm sagst, dann kann es passieren, dass ein Mensch dir folgt, weil dieser dann etwas Exklusives vermutet.­

Es kann ganz unterschiedlich gemeint sein: aufmunternd, herrisch, brüderlich, väterlich, erotisch, tröstlich.
Auch im KIT wird der Besucher angelockt, durch die Lautsprecher. Auch wenn das jetzt vermessen klingt. Der Lautsprecher möchte, dass der Besucher zu ihm kommt. Eine kurze Aufforderung, leise, aber gebieterisch. Du nimmst allen Mut zusammen und trittst dann doch näher heran, der Stimme zuzuhören. Das Zwiegespräch endet, natürlich zu früh, ohne zu wenig erlebt zu haben.
Daher bleibst du noch kurz stehen und versuchst sich darin zu erinnern, was der Lautsprecher grade gesagt hat.
Von einem anderen Teil des Raumes erklingt leise eine kleine Hymne, bevor weitere Lautsprecher einstimmen, an Umfang und Ernst gewinnend durch den gesamten Raum und bevor die letzte Note verklingt, machst du dich auf den umständlichen Weg einer weiteren Stimme zu folgen. Die scheinbar nur ein freundlicher Gruß zu sein scheint. Hallo, Servus, Lebewohl.
Deshalb steht das KIT auch voller Lautsprecher, weil sie eine Klangkomposition wiedergeben. Und deshalb sind die Wände auch mit Dämmstoff verhängt.
Ohne würde der Schall von den Wänden zurückgeworfen werden und das Klangbild
total zunichtemachen.

Publikation zur Ausstellung

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