ALLEREIN, RULLE HAUS 2014

Ausstellung der Klasse Buetti , Wallenhorst.

Dauer der Ausstellung vom 5.Mai bis 18. Mai 2014.
Publikation zur Ausstellung

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Zur ihrer großen Überraschung wurde die Klasse Buetti eingeladen, eine Ausstellung zu machen und zwar im Raum Osnabrück. In einem Ort, der Rulle heißt. Man freute sich auf Rulle; nach einem kurzen Blick aus dem Fenster wurden dann doch noch zwei dicke Pullover eingepackt. Trotzdem waren alle einmal mehr mit dabei und man würde in diesem abgeschiedenen Dorf zwei Wochen verbringen.

Die Mitglieder der Klasse Buetti würden die Nächte in einer alten Mühle verbringen, welche die tatkräftige Frau Lumme, auf die auch die Einladung zurückgegangen war, organisiert hatte, und die Luft dort war allemal besser als die stickige Luft der Akademie, der man jetzt für zwei Wochen entfliehen würde. Doch wie, mit was sollte man zwei Wochen im Ruller Haus verbringen? Überraschenderweise hatte schon jemand eine Idee. Man würde den Bewohnern Rulles Workshops geben. Man würde sich weiter der Suche nach undichten Stellen zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit und diesen Dingen widmen – man hatte dort schon so manches Leck gefunden – und dabei neue Leute kennenlernen. Ob es nun noch einmal gelingen würde?

Das Ruller Haus liegt in der Klosterstraße und gleich daneben befinden sich die Kirche mit Friedhof und die Gaststätte “Zum alten Kloster”. Manche sagen bereitwillig, die Gaststätte solle man meiden, und auf der anderen Straßenseite geht man wieder hoch zum Ruller Haus, wo man durch ein stabiles Schiebetor tritt, das bereits geöffnet ist, und man hört lautstarke Musik und man erkennt alsbald die ersten Mitglieder der Klasse Buetti, die über’s ganze Gesicht strahlen und dazu wild mit den Armen rudern. Denn inzwischen waren die Workshops bereits in vollem Gange.

Workshops gibt es ja heutzutage an jeder Ecke, doch in den Räumen des alten Gebäudes war genug Platz. Dort kann man lernen, Dinge, für die man normalerweise zwei Hände benötigt, mit nur einer Hand zu tun. Abseits ausgetretener Pfade findet man tolle Hotels. Etwas weiter weg zeigt Manolo den Teilnehmern seines Workshops, wie man sich in nur einer einzigen fließenden Bewegung abtrocknet.

Die Wolken ließen langsam ein paar Strahlen mehr hindurch, die fast im selben Augenblick den Raum in ein diffuses Licht tauchten. In einem anderen Teil des Ruller Hauses fand ebenfalls ein Workshop statt. Man konnte hier lernen, sich etwas zu trauen und Ängste zu überwinden. Ängste kommen im Eifer des Gefechts schon mal vor, weswegen man auf die Teilnehmer dieses Kurses neidisch sein konnte.

Wollten diese jungen Leute der Gesellschaft den Spiegel vorhalten?

Überraschenderweise gab es auch einen Concierge. Dieser stand nun dort, verschränkte die Arme und holte dann stolz den Prospekt der Ausstellung hervor. Offenbar freute er sich, den Besuchern etwas erzählen zu dürfen. Der Prospekt war sogar mit der Tageszeitung verteilt worden. “Ähm, also wenn Sie irgendetwas besonders gut können und es hier auch auf der Liste finden, können Sie diesem jungen Mann das gerne beibringen.” Hier standen nun die verschiedenen Dinge aufgelistet, die es zu können sich lohnt und vom jungen Mann gelernt werden wollen. Moonwalk, Schnapsbrennen, Mnemotechnik, laut pfeifen, Zwiebeln schneller schälen u.v.m. Später stellte sich heraus, dass es in Rulle keine Tankstelle gab. Wobei es sich immer lohnt, Tankstellenpreise zu vergleichen.

Daniel Hundt // Susanne Griem // Rene Haustein // Seunghyo Jung // Jan Partke
Roman Podeszwa // Stephanie Sczepanek // Katharina Siemeling & Luisa Koemm,
Manuel Talarico // Carola Uehlken & Franziska Klötzler